Information der Ulmer Ärzteinitiative vom 04.06.08


Kinderkrebs um Atomkraftwerke

Gundremminger Appell

Je näher ein Kleinkind am AKW wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs (60%) und Leukämie (120%) zu erkranken. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mindestens 5-12 Kleinkinder neu, weil sie in AKW-Nähe wohnen. Dies hatte die Kinderkrebsstudie, die im Dezember 2007 veröffentlicht worden war, ergeben. Atomindustrie und auch atomenergiefreundliche Wissenschaftler versuchen dies zu beschönigen, indem vieles verzerrt und verharmlost dargestellt wird. Bundesumweltminister Gabriel hat das Problem erst einmal auf die lange Bank geschoben.

Am 6.4.08 haben sich in Deutschland um 16 Uhr viele Menschen an den AKW-Standorten versammelt, um auf die Kinderkrebsstudie aufmerksam zu machen und um Konsequenzen und Aufklärung zu fordern. Auch in Gundremmingen versammelten sich etwa 200-300 Menschen vor dem Rathaus um das Demonstrations-AKW der IPPNW und zogen in einem bunten Zug unter lauten Trommelklängen und angeführt von einen großen Demonstrations-CASTOR durch das Dorf, das unmmittelber am gleichnahmigen Atomkraftwerk liegt. Dank an die tolle Organisation der Aktiven des Verein FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager. DieseVeranstaltung war wirklich gut gelungen!

Die Kinderkrebserkrankungen von Gundremmingen waren bereits im Jahr 2001 für die Ulmer Ärzteinitiative der Anlass, mit einer breiten Öffentlichkeitskampagne auf das Problem von Kinderkrebserkrankungen um Atomkraftwerke aufmerksam zu machen. Erst damit ist aktuelle deutschlandweite Kinderkrebsstudie angeregt worden. Nach gründlicher Analyse der aktuellen Studienergebnisse sieht die Ulmer Ärzteinitiative auch jetzt viele Gründe, rasch zu handeln. Es muss weiteren Erkrankungsfällen vorgebeugt werden. Zwar gibt es keinen Grund zur Panikmache, aber wir haben viele Gründe, gründlich und umfassend zu informieren und alle jetzt schon vorliegenden Ergebnisse kritisch und öffentlich diskutieren zu lassen.

Mit dem Gundremminger Appell vom 06.04.08 (in PDF) wollen wir versuchen, diese sachliche, aber kritische öffentliche Diskussion anzuregen.

Reinhold Thiel, Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative, Regionalgruppe der IPPNW