Information der Ulmer Ärzteinitiative vom 12.11.2006
Atommüll - Schon viel produziert, schon viel verschoben, aber noch kein Kilogramm davon entsorgt.
Im November 2006 wurde wieder viel Atommüll - in Castoren aus Frankreich kommend - quer durch die Bundesrepublik in ein Zwischenlager nach Gorleben verfrachtet. Wenn die Castoren in Gorleben in einer einfachen Halle abgestellt werden, ist damit noch kein Kilogramm dieses hochradioaktiv strahlenden Atommmülls wirklich sicher und verantwortungsvoll entsorgt. Die Lagerhalle von Gorleben ist nur ein Zwischenlager, ähnlich dem Zwischenlager, das 2006 am Standort Gundremmingen als Deutschlands größtes Atommüll-Lager in Betrieb genommen wurde. Auf der ganzen Erde gibt es noch kein Endlager, wo hochradioaktiver Müll über Jahrtausende hinweg wirklich sicher für Mensch, Tier und Pflanze abgeschirmt gelagert werden kann.
Die Ulmer Ärzteinitiative lädt zusammen mit dem Lebenshaus Schwäbische Alb und der BI-Bürger für ein atommüll-/atomenergiefreies Donautal und eine verantwortbare Energiepolitik e.V. ein zu einer eine Informationsveranstaltung zum Thema:
Strahlender Müll nach Gorleben oder ins Donautal? Über Atomstrom, Atommüll und Widerstand
Referent: Jochen Stay aus Gorleben, am Mittwoch, 22.11.06 um 20 Uhr in Riedlingen, Aula der Grund-und HauptschuleJochen Stay (41 Jahre, Studium der Germanistik und Politik, Sprecher der Kampagne "X-tausendmal quer" ) informiert über grundsätzliche Fragen der Atommüll-Problems und der Endlager-Suche und berichtet aus erster Hand über den schon deit 29 Jahren anhaltenden aktiven Widerstand gegen den geplanten Endlager-Standort im wendländischen Salzstock Gorleben. Jochen Stay tritt dabei für einen verantwortungsvollen Umgang mit Atommüll ein und tritt vehement jeglicher Florians-Politik entgegen. Er sieht - so, wie auch die Ulmer Ärzteinitiative - das Atommüll-Problem nicht darin gelöst, dass der Atommüll lediglich in ein Zwischenlager gefahren und dort nur abgestellt wird (egal ob in Nord oder Süd), ohne eine wirklich verantwortungsvolle Endlagerlösung zu kennen. Ohne die Existenz eines wirklich sicheren Endlagers ist es den nachfolgenden Generationen gegenüber unverantwortbar, Tag für Tag zur Atomstromgewinnung neuen Atommüll zu produzieren, ohne zu wissen, wohin damit.
Auf der neuen Homepage des Verein FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik www.atommuell-lager.de wurde jetzt aktuell eine Kurzinformation über Gorleben und die Geschichte der bisher 10 grossen CASTOR-Transporte in der BRD veröffentlicht: Information für Umweltschützer Nr. 15, www.atommuell-lager.de/infos_umwelt.php
Reinhold Thiel, Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative, Regionalgruppe der IPPNW