Das beantragte Zwischenlager am AKW Gundremmingen soll Deutschlands grösstes Atommüll-Lager werden.

Die Betreiber haben schon im Jahr 2000 ein Lager fuer 2500 Tonnen abgebrannte Brennelemente beantragt. Die beantragte radioaktive Aktivität im Lager ist grösser, als die genehmigten Aktivitaetsmengen in Ahaus und Gorleben. Schriftlich sind gegen den Bau bis Juli 2001 über 76.000 EINWENDUNGEN eingegangen. Das muendliche Erörterungsverfahren wurde im Oktober 2001 in Guenzburg durchgeführt. Es war das umfangreichste Einwendeverfahren im Vergleich zu allen anderen AKW-Standorten in der BRD. Weitere, nicht weniger umfangreichere Einwendungen dagegen kamen aus dem benachbarten Österreich. Eine Entscheidung der Genehmigungsbehörde - Bundesamt fuer Strahlenschutz - wird in kürze erwartet. Eine Genehmigung des Lagers durch das Bundesamt für Strahlenschutz gilt aber als hoch wahrscheinlich. Helfen Sie mit, gegen eine solch ungeheuerliche Entscheidung zu klagen. Um ein Klageverfahren gebündelt und mit vereinten Kräften durchführen zu können, wurde der Verein "FORUM e.V. Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik" gegründet.


11 gute Gründe gegen das Atommüll - Lager

1. Die Räumung dieses "Zwischen"lagers ist völlig ungewiß. Weltweit gibt es kein Endlager für solch höchststrahlenden Atommüll. Alle Zusagen der Vergangenheit, bald das Endlagerproblem zu lösen, wurden gebrochen. Im Umweltgutachten 2000 hat zudem der Sachverständigenrat für Umweltfragen Deutschlands festgestellt, daß die Entsorgung des Atommülls mittels eines Endlagers eine "wohl unlösbare Frage" sei. Was jetzt als Zwischenlager bezeichnet wird, droht ein ungeregeltes Endlager mit verheerenden Folgen für die Region zu werden.

2. Das geplante Atommüll-Lager erhöht als vierte Atomanlage in Gundremmingen gewaltig die Radioaktivität am Standort Gundremmingen. Bei Unfällen oder Störfällen drohen katastrophale Schäden im Umkreis weit über hundert Kilometer hinaus. Selbst nach Abschaltung der heute betriebenen Blöcke B + C wird infolge des Atommüll-Lagers noch mehr Radioaktivität in Gundremmingen sein als bis heute (2001) genehmigt ist.

3. Infolge der in diesem AKW auch noch beabsichtigten Leistungssteigerung sowie der Erhöhung des Abbrandes der Brennelemente wächst noch einmal die Gefährlichkeit des produzierten Atommülls.

4. Das in den 1960er-Jahren der Bevölkerung um Gundremmingen beim Bauantrag des Blocks A gegebene Versprechen, nach Ende des Betriebs, in etwa 40 - 50 Jahren, wieder eine "grüne Wiese" herzustellen, würde durch den Bau des Atommüll-Lagers brutal gebrochen.

5. Das geplante Atommüll-Lager würde keinen ausreichenden Haftpflichtversicherungsschutz erhalten. Bei größeren Freisetzungen von Radioaktivität, würden wir kaum oder nicht entschädigt.

6. Die Lagerhalle in Gundremmingen soll sogar mit erheblich geringeren Wand- und Deckenstärken als die Zwischenlager in Norddeutschland gebaut werden. Das Gebäude ist gegen Einwirkungen von außen, z.B. einen Flugzeugabsturz und insbesondere gegen verbrecherische Terrorangriffe, nur unzureichend geschützt. Dies ist extrem gefährlich, da jeder einzelne CASTOR etwa soviel mittel- und langdauernde Radioaktivität enthält, wie vergleichsweise in Tschernobyl freigesetzt wurde.

7. Gerade die vom Zwischenlager ausgehende Gamma- und Neutronenstrahlung wird die Strahlenbelastung der Umgebung erhöhen. Da in drei Landkreisen in der Hauptwindrichtung des AKWs heute schon die Zahl der Kinderkrebsfälle nachweislich und ungeklärt über dem Landesdurchschnitt liegt, ist eine zusätzliche Strahlenbelastung nicht zu verantworten.

8. Die Dichtheit der CASTOREN über 40 und mehr Jahre ist nicht nachgewiesen. Undichte Behälter können wegen der extremen Strahlung nur schwer repariert werden. Zudem sind die vorgesehenen CASTOREN vom Typ V/52 nur rechnerisch geprüft, aber keinen praktischen Fall- und Brandtests ausgesetzt worden.

9. Die geplante Lagerkapazität geht über den "Bedarf", berechnet nach den im umstrittenen Atomkonsens festgelegten Restlaufzeiten, um über 120 Prozent hinaus. Dies lässt schlimme, bis heute noch nicht bekannt gegebene Absichten der Gundremminger AKW-Betreiber befürchten.

10. Es ist keine Radioaktivitätsüberwachung der Abluft vorgesehen. Allein die Dichtheit der Behälter wird kontrolliert. Bei Versagen dieser Kontrollen kann Radioaktivität unbemerkt in die Umwelt entweichen. Auch sind Notrückhaltesysteme für den Fall undicht werdender CASTOREN nicht vorgesehen.

11. Es gibt eine bessere Alternative zum Bau der Zwischenlager. An den Atomkraftwerken existieren bereits Zwischenlager in Form der Naßlager in den Reaktoren. Wenn diese Lager voll sind, müssen die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Ein Ausstiegsfahrplan bei dem die Reaktoren nach und nach vom Netz gehen, sobald ihre Abklingbecken voll sind, führt zu einem zügigen Atomausstieg in rund 5 Jahren. Dadurch werden Atomtransporte und eine Ausweitung der Zwischenlager-Kapazitäten überflüssig.

Eine Unterstützung des FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager ist steuerlich absetzbar

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