Jod und Katastrophenschutz bei atomaren Unfällen

Stellungnahme der Ulmer Ärzteinitiative vom 29.08.04

Jodtabletten für den atomaren Katastrophenfall

  • Jod kann nicht vor allen Krankheiten schützen
  • Jod schützt nur bei rechtzeitiger und hochdosierter Einnahme
  • Jod ist nicht für alle da und wird viele Menschen zu spät erreichen
  • Verwirrende Verteilungsregeln lassen viel Fragen offen

Bei den Katastrophenschutzbehörden in Deutschland werden im 2. Halbjahr 2004 veraltete Lagerbestände von Jodtabletten ausgetauscht und neue Jodlager eingerichtet. Die Tabletten werden in Baden-Württemberg in der Zeit vom 23.08.-03.09.04 ausgetauscht. Die bisherigen Jodtabletten in bundesdeutschen Lagern sind nicht nur alt geworden, sie waren auch in ihrer Dosierung von 1,0 mg schon lange nicht mehr zeitgemäss gewesen. Seit 1989 empfiehlt die WHO für den atomaren Katastrophenfall eine Dosierung von 1,3 mg für Erwachsene. Es wurde also nach 15 Jahren höchste Zeit, diese Empfehlung umzusetzen.

Jod schützt vor Schilddrüsenkrebs, aber nicht vor allen anderen Krankheiten - Es gibt keine "Strahlenschutztablette".

Hochdosierte Kaliumjodidtabletten sollen im atomaren Katastrophenfall vor bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse schützen. Schilddrüsenkrebs tritt in den durch den Raektorunfall von Tschernobyl verseuchten Gebieten besonders besonders häufig auf. Es erkrankten dort Menschen in allen Altersklassen, überwiegend Kinder, aber auch Menschen, die hunderte Kilometer entfernt vom Reaktor radioaktiv belastet wurden. Jod schützt nur vor Schilddrüsenkrebs und nicht vor all den anderen Krankheiten, die durch eine radioaktive Belastung hergerufen werden. Es gibt keine "Strahlenschutztablette", die uns vor allen Krankheiten schützen kann.

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Antworten des Umweltinstituts München auf häufige Fragen zu den Jodtabletten www.umweltinstitut.org

>>>> und die "Bessere Welt Links" zu Jodtabletten: betterworldlinks